Vorteile und Nachteile für Versicherungsnehmer der PKV

Generelles

Die Frage, ob eine private Krankenversicherung sinnvoll ist, kann natürlich nur im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung vernünftig beantwortet werden, da es auf viele Details ankommt, die mit der persönlichen Lebenssituation der zu versichernden Person zusammen hängen. So kann die private Krankenversicherung sicher nur für einen bestimmten Teil in Frage kommen. Auch die Frage, ob ein bestimmtes Argument ein Vor- oder Nachteil ist, hängt eben genau von dieser individuellen, persönlichen Ausgangsituation ab. Eine persönliche Beratung von einem unabhängigen Dienstleister wie zum Beispiel der corrigo AG ist daher unabdingbar. Die folgende Darstellung soll diese Beratung daher in keinem Fall ersetzen und hat zudem keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Vorteile der privaten Krankenversicherung

Kapitaldeckung

Die Beiträge der privaten Krankenversicherung sind so aufgebaut, dass bereits ab Beginn der Versicherungszeit Rücklagen für die späteren, höheren Kosten im Rentenalter gebildet werden. Diese sogenannten Alterungsrückstellungen dienen dazu, die Beiträge im Grundsatz konstant zu halten (siehe Artikel Alterungsrückstellungen). Die Preissteigerungen ergeben sich somit nur aus den steigenden Kosten für Medizin im Allgemeinen. Dieser Herausforderung stehen jedoch sowohl das gesetzliche als auch das private Krankenversicherungssystem gegenüber.

Normierter Leistungsgrundsatz

Der Leistungsanspruch von privat Versicherten Patienten richtet sich nach den Regelungen derGebührenordnung für Ärzte bzw. der Gebührenordnung für Zahnärzte. § 1 Absatz 2 der Gebührenordnung für Ärzte regelt, dass die ärztlichen Leistungen “im Rahmen der ärztlichen Kunst” erbracht und dann nach der Gebührenordnung abgerechnet werden können. Die somit entstehenden Kosten sind klar definiert. Im Rahmen der gesetzlichen Versorgung schreibt § 28 des Sozialgesetzbuches V (Gesetzliche Krankenversicherung) vor, dass die medizinische Versorgung ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein soll. Das hier ein qualitativer Unterschied vorliegt, bedarf vermutlich keiner weitreichenden Erläuterung.

Kostenerstattungsprinzip

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung mit dem vorherrschenden Sachleistungsprinzipunterliegen privat versicherten Patienten dem Kostenerstattungsprinzip. So findet die Abrechnung von Privatpatienten unmittelbar zwischen Patient und Arzt statt, wohingegen der Arzt bei gesetzlich Versicherten lediglich die Leistung erbringt, die Kosten allerdings mit den gesetzlichen Kassen abgerechnet werden (=Sachleistungsprinzip). Getreu dem rheinischen Grundsatz “Wer die Musik bezahlt, der bestimmt was Sie spielt” reglementiert die gesetzliche Krankenversicherung selbstverständlich die Leistungen der Ärzte. Dies geht von Praxisgebühren über Abrechnungspauschalen hin über Budgetierungen in der Behandlungsleistung wie auch in der Verordnung von Medikamenten, sowohl in der Qualität als auch in der Menge. So ist schnell offensichtlich, dass es ein Vorteil sein muss, wenn sowohl die Behandlung als auch die Medikation zwischen Arzt und Patient vereinbart wird und keine Krankenkasse mit Vorschriften eingreift.

Umfangreiche Wahlmöglichkeiten der Leistungsbestandteile

Im Rahmen der vertraglichen Vereinbarung über den Inhalt einer privaten Krankenversicherung können Interessenten aus einer Vielzahl von Möglichkeiten auswählen. Experten behaupten, dass es mehr als 16.000 unterschiedliche Tarifierungsmöglichkeiten gäbe. Auch wenn wir diese nicht nachgezählt haben, so ist klar, dass der Versicherte sich seine individuelle private Krankenversicherung zusammenstellen kann. Der Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung ist hingegen zum überwiegenden Teil gesetzlich vorgeschrieben.

Langfristig in vielen Fällen preiswerter

Gerade für Versicherte, die früh in die private Krankenversicherung wechseln und ein gutes Einkommen haben, also in der gesetzlichen Krankenversicherung hohe Beiträge zu entrichten haben, ist einWechsel in die private Krankenversicherung ein großer finanzieller Vorteil. Natürlich ist es wichtig, die Langfristigkeit einer privaten Krankenversicherung im Auge zu behalten und die Einsparungen, die heute realisiert werden können, zweckgerichtet zur Altersvorsorge in sinnvoller Art und Weise anzusparen. Somit kann auch dem Umstand entgegnet werden, dass die private Krankenversicherung im Rentenalter in der Regel teurer ist, als die gesetzliche Krankenversicherung. Ob die derzeit günstige Krankenversicherung der Rentner langfristig Bestand haben wird, darf jedoch aufgrund der demographischen Entwicklung angezweifelt werden.

Demographische Entwicklung

Das soziale Versicherungssystem sieht sich einer sehr großen Herausforderung gegenübergestellt, und zwar der demographischen Entwicklung. Die Zahl der Rentner wird in den kommenden Jahren drastisch zunehmen, wohingegen die Zahl der Erwerbstätigen kontinuierlich sinken wird. Das damit verbunden Finanzierungsproblem der gesetzlichen Rentenversicherung ist aufgrund des Umlageverfahrens sicher. Wenn allerdings immer mehr Rentner immer weniger Rente erhalten, dann führt dies in der gesetzlichen Krankenversicherung auch zu weniger Einnahmen, da sich der Beitrag an der Höhe der Einkünfte orientiert. Wenn also die Gruppe derjenigen, die statistische hohe Kosten im Gesundheitssystem verursachen wächst, gleichzeitig die Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen sinken, dann ist klar, dass es zu einem Finanzierungsdefizit kommen muss. Das private Krankenversicherungssystem ist Kapitalgedeckt, und damit nicht von dieser Problematik betroffen.

Behandlung bei Ärzten

In der Regel erhält der Arzt bei einer Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte ein höheres Honorar, als er bei der Abrechnung mit der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten hätte. Da Ärzte inzwischen gezwungen sind, betriebswirtschaftliche Aspekte noch stärker mit einzubeziehen, ist eine vorgezogene Behandlung von Privatpatienten nachvollziehbar.

Zugang zu High-Tech-Medizin

In vielen Bereichen kommt es immer wieder zu Neuerungen. So werden besonders präzise Geräte, besserer bildgebende Verfahren oder besonders aufwendige Behandlungsmethoden entwickelt, die das Ziel haben, bestimmte Erkrankungen zu heilen oder das Leben mit einer solchen Erkrankung zu verbessern. Zugang zu solchen Verfahren haben gesetzlich versichte Menschen in der Regel nur im Rahmen von Studien. Ansonsten werden diese Kosten in einer Vielzahl an Fällen durch die gesetzliche Krankenversicherung nicht erstattet. Gute private Krankenversicherungen leisten hier. Bei einer guten Tarifauswahl hat ein Privatpatient auch hier Vorteile.

Zugang zu optimalen Medikamenten

Wie bereits beschrieben leisten die gesetzlichen Krankenversicherungen für ausreichende und zweckmäßige Leistungen, die zudem wirtschaftlich sein müssen. Natürlich gibt es für bestimmte Erkrankungen mehrere Medikamente, die zielführende Wirkstoffe nutzen. Ein Medikament kann allerdings auch eine Vielzahl an Nebenwirkungen haben. Auf diese Frage kommt es in vielen Fällen allerdings nicht an, da das Sozialgesetzbuch nicht davon spricht, dass es sich um die besten Medikamente handeln muss. Somit ist die freie Medikamentenwahl zwischen Arzt und Patient, losgelöst von Reglementierungen der gesetzlichen Krankenkassen ein weiterer Vorteil.

Wartezeiten

Über die Wartezeiten von gesetzlich versicherten Patienten wurde in den Medien bereits sehr umfangreich berichtet. Daher kann die Tatsache als gegeben vorausgesetzt werden, dass diese Wartezeiten real sind. Da es unumstritten ist, dass es in vielen Fällen auf den Zeitpunkt einer Diagnose ankommt, ob eine Erkrankung therapiert werden kann oder wie sie verläuft, so ist offensichtlich, dass schnellere Terminvergabe auch eine bessere Qualität der medizinischen Versorgung insgesamt beinhaltet.

Vertragssicherheit

Mit Abschluss einer privaten Krankenversicherung schließt der Versicherungsnehmer einen Vertrag mit der Krankenversicherung, der über die gesamte Laufzeit inhaltlich nicht durch den Versicherer verändert werden kann. Der Versicherungsnehmer erhält somit ein Leistungsversprechen auf Lebzeit. Gesetzliche Versichte Menschen sind politischen Entscheidungen unterlegen. So wird der Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung in den letzten zwei Jahrzehnten ununterbrochen zum Nachteil der Versicherten verändert. Die Vertragssicherheit ist folglich ein elementarer Vorteil des privaten Krankenversicherungssystems.

Nachteile der privaten Krankenversicherung

Jede Person ist gegen Beitrag zu versichern

Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung muss für jede Person ein eigener Beitrag bezahlt werden, somit auch für Kinder. Für kinderreiche Familien kann die private Krankenversicherung daher sehr teuer werden.

Abschluss nur bei gutem Gesundheitszustand möglich

Bei Abschluss eines Versicherungsvertrages kommt es wesentlich auf die Gesundheit des zu versichernden an. Der Versicherer ist nicht verpflichtet, Zugang zu einer privaten Krankenversicherung zu gewähren. Da die Risikobewertung aller Versicherer stark voneinander abweicht, ist die professionelle Beratung von Experten wie der corrigo AG unumgänglich.

Abrechnungsaufwand

Die Abrechnung der erbrachten Leistungen erfolgt für Privatpatienten in der Regel zwischen Arzt und Patient. Die Kosten erhält der Privatpatient dann von seiner Versicherung erstattet. Dies hat natürlich einen Abrechnungsaufwand zur Folge. Andererseits kann nur so auch die Kontrolle darüber erfolgen, ob die Abrechnung des Arztes auch zutreffend ist.

Beitrag ist grundsätzlich unabhängig vom Einkommen zu entrichten

Der Beitrag einer privaten Krankenversicherung ist unabhängig vom Einkommen des Versicherten. Vielmehr kommt es auf das Alter und den Gesundheitszustand bei Eintritt an. Bei niedrigem Einkommen kann dies ein Nachteil sein, da sich die gesetzliche Krankenversicherung in der Regel am Einkommen ausrichtet, bei niedrigem Einkommen somit preiswert ist. Um diesen Nachteil auszugleichen wurde in der privaten Krankenversicherung der Basistarif eingeführt. Weitere Informationen erhalten Sie im entsprechenden Artikel zum Basistarif.




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