Versicherungspflicht im Detail

Was versteht man unter Versicherungspflicht?

Unter dem Begriff „Versicherungspflicht“ versteht man die gesetzliche Verpflichtung aller eine bestimmte Versicherung abzuschließen. Eine solche Versicherungspflicht, die man zuvor aus den Bereichen Feuerversicherung für Gebäude und der Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung kannte, gilt seit dem 01.01.2009 auch für die Krankenversicherung. Die Verletzung der Versicherungspflicht für die Krankenversicherung führt zu drastischen Strafzahlungen.

Warum gibt es die Versicherungspflicht für die Krankenversicherung?

Grund der Einführung der Versicherungspflicht war, dass viele Menschen, die nicht der gesetzlichen Pflichtversicherung unterlagen (z.B. Selbständige und Freiberufler), ganz auf den Versicherungsschutz der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungsschutz verzichtet haben. Nicht selten war dies der Fall, da die Kosten nicht mehr getragen werden konnten. Im Krankheitsfalle führte dies dazu, dass sich die Menschen entweder gar nicht behandeln ließen oder die Kosten für die Behandlung nicht zahlen konnten. Diese unsozialen Verhältnisse sollten behoben werden.

Was umfasst die Versicherungspflicht?

Die Versicherungspflicht umfasst die Absicherung einer ambulanten und stationären Versorgung, wobei die absolute jährliche Selbstbeteiligung 5.000 EUR nicht überschreiten darf.

Was ist, wenn die private Krankenversicherung aufgrund der Risikobeurteilung nicht möglich ist?

Im Rahmen der Einführung der Versicherungspflicht wurde gleichzeitig der Basistarif eingeführt. Dieser ist der einzige Tarif in der privaten Krankenversicherung mit Kontrahierungszwang. Das heißt, dass die Versicherung den Antrag annehmen muss, ohne eine Risikobeurteilung vornehmen zu können.

Wie wirkt sich die Versicherungspflicht beim Bezug von Harz IV aus?

Auch beim Empfang von Arbeitslosengeld II müssen die Versicherten privat krankenversichert bleiben, sofern sie vor dem Bezug privatversichert waren. Bis zuletzt wurden die Kosten durch den Leistungsträger jedoch nur zum Teil übernommen. Mit dem Urteil des Bundessozialgerichtes (AZ: B4 AS108/10R) sind die Leistungsträger inzwischen zur vollständigen Übernahme der Kosten für die privaten Krankenversicherungsverträge verpflichtet. Hiermit einher geht die Verpflichtung zur Übernahme von Beitragsschulden, die bis zum Jahr 2011 angefallen sind.

Welche sonstigen Folgen hat die Einführung der Versicherungspflicht?

Die Einführung der Versicherungspflicht hatte für die Versicherer zur Folge, dass Kündigungen aufgrund von Zahlungsrückständen nicht mehr möglich sind. Insbesondere Versicherer, die viele Kunden in sogenannten Einstiegstarifen mit geringen Leistungen haben, kämpfen seither mit hohen Zahlungsausfällen, ohne sich der säumigen Kunden entledigen zu können. Die hieraus resultierenden Mehrkosten werden auf die Versichertengemeinschaft umgelegt, was in den letzten Jahren zu teilweise drastischen Beitragssteigerungen führte.




Kostenlos Tarif prüfen