Künstliche Befruchtungsmaßnahmen

In der privaten Krankenversicherung gibt es keine gesonderte Regelung zur künstlichen Befruchtung. Nach §1 der Musterbedingungen des Verbandes der privaten Krankenversicherung für die Krankheitskostenvollversicherung (MB/KK) liegt ein Versicherungsfall bei einer „medizinisch notwendigen Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen“ vor.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass auch eine Sterilität (Fortpflanzungsunfähigkeit) als Krankheit anzusehen ist. Allerdings muss der Versicherte nachweisen, dass die Kinderlosigkeit aufgrund von Krankheit des Versicherten besteht. Kann nicht genau geklärt werden, ob eine gesundheitliche Störung des Partners oder des Versicherten der Grund für den unerfüllten Kinderwunsch ist, zahlt die PKV die Behandlung nicht.

Auch wenn die Erfolgsaussichten als sehr gering eingestuft werden, lehnt die PKV die Behandlung ab. Dies ist der Fall, wenn die Chancen bei weniger als 15% liegen oder die Frau ein Alter von 40 Jahren überschritten hat. Die Altersgrenze findet in der Rechtsprechung allerdings keine Bestätigung.

Die künstliche Befruchtung wird von den privaten Krankenversicherungen vollständig übernommen, sofern die o.g. Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Der Versicherte ist dazu angehalten, die Anzahl der Behandlungen mit Rücksicht auf den Versicherer und unter Berücksichtigung der Versichertengemeinschaft in angemessener Weise selbstständig zu begrenzen. Der Kostenerstattungsanspruch wird also nicht durch eine fest stehende Zahl von Behandlungsversuchen beschränkt, sondern er findet seine Grenze in den Grundsätzen von Treu und Glauben.




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