Kündigung

Beendigung des Versicherungsverhältnisses

Das Versicherungsverhältnis kann in der privaten Krankenversicherung aus verschiedenen Gründen beendet werden. Der Versicherungsnehmer und das Krankenversicherungsunternehmen können den Vertrag unter Einhaltung der vereinbarten Fristen zum Ablauf eines Versicherungsjahres kündigen. Die Kündigung durch den Versicherer spielt praktisch aber keine Rolle.

Kündigung aufgrund von Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung

Wenn der Vertrag gekündigt werden muss, weil ein Arbeitnehmer aufgrund des Unterschreitens derJahresarbeitsentgeltgrenze wieder versicherungspflichtig wird, müssen keine besonderen Fristen eingehalten werden. Der Vertrag endet dann zum Zeitpunkt des Unterschreitens automatisch.

Kündigung durch den Versicherer bei Zahlungsverzug

Durch die allgemeine Versicherungspflicht sind die Möglichkeiten zur Kündigung durch den Versicherer deutlich beschränkt wurden. Wenn die Beiträge in einem normalen Tarif nicht gezahlt werden, müssen die Versicherer den Vertrag auf den Basistarif umstellen und dort weiterhin Versicherungsschutz gewähren. Die Leistungen im Basistarif sind allerdings an die der gesetzlichen Krankenversicherung angelehnt und bieten daher keinen wirklichen Mehrwert.

Kündigung aus anderen Gründen

Der Versicherungsvertrag in der privaten Krankenversicherung endet mit dem Tod des Versicherungsnehmers. Dazu wird keine separate Kündigung benötigt. Außerdem kann der Versicherer den kompletten Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen anfechten oder vom Vertrag zurücktreten. In der Krankentagegeldversicherung endet der Vertrag außerdem in der Regel, wenn der Versicherungsnehmer die Regelaltersgrenze erreicht oder vorzeitig Altersrente bezieht. Wer dauerhaft ins Ausland ziehen möchte, kann den Vertrag ebenfalls kündigen. Bei einer Kündigung des Vertrags gehen aber immer die bereits erwirtschafteten Altersrückstellungen verloren.

Versicherungsverträge, die nicht über einen festgelegten Kurzzeitraum geschlossen wurden, verlängern sich automatisch, wenn weder der Versicherer noch der Versicherungsnehmer eine form- und fristgerechte Kündigung des Vertrages aussprechen. Die Kündigung hat in Schriftform zu erfolgen, also per Brief, Fax oder per E-Mail. Um die Fristmäßigkeit der Kündigung belegen zu können, empfiehlt es sich, den Brief per Einschreiben zu versenden, bzw. die Übertragungs- und Sendeberichte aufzubewahren.

In der Privaten Krankenversicherung hat der Versicherer kein ordentliches Kündigungsrecht, wenn die Versicherung zur Erfüllung der gesetzlichen Versicherungspflicht dient. Dies gilt auch für Krankenhaustagegeldversicherung, die zusammen mit einer Krankheitskostenvollversicherung geschlossen wurde. Bei einer Zusatzversicherung hat der Versicherer bis zum Ablauf des dritten Versicherungsjahres ein ordentliches Kündigungsrecht. Der Versicherer hat darüber hinaus die Möglichkeit der außerordentlichen Kündigung. Dies umfasst unter anderem die Kündigung aufgrund fahrlässiger Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Aber auch die arglistige Täuschung durch den Versicherungsnehmer kann ein außerordentlicher Kündigungsgrund sein. Dies kann der Fall sein, wenn der Versicherungsnehmer vorsätzlich Leistungen des Versicherers erschleichen möchte. In diesem Fall hat der Versicherer auch keine Verpflichtung, den Kunden im Basistarif weiter zu versichern.

Der Versicherungsnehmer kann seine Krankenversicherung nach der Mindestlaufzeit mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Ablauf des Versicherungsjahres kündigen. Die Kündigung kann für einzelne versicherte Personen oder Tarife ausgesprochen werden. Wenn die Krankenversicherung zur Erfüllung der Krankenversicherungspflicht gedient hat, so hat der Versicherungsnehmer rechtzeitig eine Versicherungsbescheinigung des neuen Krankenversicherers vorzulegen. Liegt diese Bescheinigung nicht rechtzeitig dem bisherigen Versicherer vor, so hat dieser die Kündigung zurückzuweisen.

Fällt die versicherte Person aufgrund beruflicher Veränderungen unter Versicherungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung, so kann er innerhalb von zwei Monaten ab Änderung des Versicherungsstatuses den bisherigen Krankenversicherungsvertrag zum Änderungszeitpunkt kündigen. Nach Ablauf der zwei Monate kann er, sofern er die verspätete Kündigung zu vertreten hat, zum Ablauf des laufenden Monats kündigen.

Ferner hat der Versicherungsnehmer ein Kündigungsrecht, wenn die Beiträge zur Krankenversicherung aufgrund des Erreichens einer Altersgrenze erhöht werden. Die Kündigung muss hierbei innerhalb von zwei Monaten ab Änderungszeitpunkt ausgesprochen werden. Erhöht der Versicherer aufgrund der Beitragsanpassungsklausel die Beiträge, oder vermindert er die Leistungen, so kann der Versicherungsnehmer innerhalb von vier Wochen nach Mitteilung der Änderungen den Vertrag kündigen.




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