Höherversicherung - Gesundheitsprüfung

Von einer Höherversicherung spricht man, wenn die Leistungen des neuen oder geänderten Tarifes umfangreicher sind, als die bisherigen Leistungen.

Beispiele:

 

Alter Tarif Neuer Tarif
2-Bett-Zimmer 1-Bett-Zimmer
Belegarzt Wahlarzt
70 % für Zahnersatz 80 % für Zahnersatz
2.000 € Selbstbeteiligung 1.000 € Selbstbeteiligung
usw.

Gesundheitsprüfung

Grundsätzlich erfolgt im Rahmen der Prüfung einer Höherversicherung durch den Versicherer immer eine Gesundheitsprüfung (siehe auch: Vorerkrankungen allgemein). Im Rahmen dieser Gesundheitsprüfung sind alle Fragen des Versicherers durch den Versicherungsnehmer zu beantworten. Die Beantwortung der Gesundheitsfragen ist erforderlich, damit der Versicherer eine objektive Bewertung des durch ihn zu versichernden Risikos vornehmen kann. Sind relevante Vorerkrankungen vorhanden, so erfolgt die Bewertung durch Zugrundelegung der bisherigen Erfahrungen, also den statistisch zu erwartenden Kosten. Das Ergebnis einer Risikoprüfung endet in der Regel in den folgenden Entscheidungen der Versicherung:

1. Annahme des Antrages

Der Versicherer nimmt den Antrag ohne Erschwernisse wie Leistungsausschluss oder Risikozuschlag an.

2.   Annahme mit Leistungsausschluss

Der Versicherer nimmt den Antrag im Grundsatz an, schließt aber die höheren Leistungen für ganz bestimmte, klar definierte Vorerkrankungen aus.

3.   Annahme mit Risikozuschlag

Der Versicherer nimmt den Antrag an, verlangt jedoch einen Risikozuschlag, also einen Mehrbeitrag, der das statistisch höhere Risiko im Vergleich zu einem gesunden Versicherten ausgleicht.

4.   Ablehnung

Der Versicherer lehnt aufgrund des Ergebnisses der Risikoprüfung den Antrag ab. Das Risiko ist für den Versicherer zu hoch, oder nicht kalkulierbar.

 

Besondere Fälle:

Optionsrechte

In vielen Tarifen sind Optionsrechte vorgesehen. Optionsrechte sind vergleichbar mit Anwartschaften. Der Gesundheitszustand wird zu dem Zeitpunkt bewertet, an dem das Optionsrecht vereinbart wird, beispielsweise beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung. Eine neue Gesundheitsprüfung erfolgt in diesen Fällen nicht. Optionsrechte sind in der Regel an bestimmte Zeitpunkte (z.B. nach dem 4. Versicherungsjahr), oder an bestimmte Ereignisse (z.B. Abschluss des Studiums) gebunden. Daher sollte genau darauf geachtet werden, ob Optionsrechte vorhanden sind, bzw. zu welchem Zeitpunkt oder Ereignis sie greifen.

Tarifwechsel nach § 204 Versicherungsvertragsgesetz

Ein Tarifwechsel führt in den meisten Fällen ebenfalls zu Höherversicherungen. In der Regel wechseln versicherte aus alten in neue Tarife, die aufgrund verschiedenster Gründe natürlich nicht 1:1 dem alten entspricht. Folglich kommt es sowohl zu Minderleistungen und eben auch zu Höherversicherungen, obwohl der Tarif grundsätzlich das gleiche oder ein vergleichbares Leistungsniveau aufweist. Der Tarifwechsel nach § 204 Versicherungsvertragsgesetz weist jedoch insoweit eine Besonderheit auf, als dass die Risikoprüfung nur für die Mehrleistungen (also Höherversicherung) durchgeführt werden darf und der Versicherte die Möglichkeit hat, auf die Mehrleistungen (also Höherversicherung) zu verzichten, soweit der Ausgang der Risikoprüfung für ihn von Nachteil ist.




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