Heilpraktiker - Definition und Vorraussetzungen

Der Heilpraktiker als medizinischer Beruf zählt zu den Heilbehandlern im Sinne der Privaten Krankenversicherung. Als Berufsbezeichnung ist der Heilpraktiker geschützt. Im Allgemeinen deckt der Heilpraktiker im Rahmen der Alternativmedizin verschiedenste Behandlungsmethoden ab, wie zum Beispiel Traditionelle Chinesische Medizin, Homöopathie oder Osteopathie. Eine Vielzahl an Behandlungsmethoden gibt das Hufelandverzeichnis wieder, welches als Abrechnungsgrundlage bei vielen Privaten Krankenversicherern verwendet wird.

Eine andere Grundlage bei der Erstattung von Heilpraktikerleistungen kann auch das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker sein. Ob und auf welcher Grundlage die PKV Heilpraktikerleistungen vorsieht, ist in den jeweiligen Tarifbedingungen geregelt.

Der Beruf des Heilpraktikers ist zwar in seiner Bezeichnung geschützt, allerdings ist er kein Ausbildungsberuf. Er sieht allerdings einige bestimmte Zulassungsstandard vor, nach denen sich ein Heilpraktiker freiberuflich niederlassen darf. So muss ein Heilpraktiker älter als 25 Jahre sein, körperlich und geistig für den Beruf geeignet sein (wird durch Attest und Führungszeugnis bescheinigt), mindestens einen Hauptschulabschluss besitzen, sowie die Zulassung durch das zuständige Gesundheitsamt beantragen. Diese Zulassung setzt eine schriftliche sowie mündliche Prüfung voraus. Dabei wird ein grundlegendes Basiswissen abgefragt, u.a. zu Anatomie und Pathologie, Diagnostik und Therapien oder Pharmakologie.

Eine einheitliche Heilpraktikerausbildung gibt es allerdings nicht, sodass der Begriff einer „Heilpraktiker-Prüfung“ lediglich aussagt, dass von ihm „keine Gefahr ausgeht“. Aussagen über Qualifikationen lassen sich davon nicht ableiten.

Aufgrund der uneinheitlichen Ausbildungsstandards gibt es einige Unterschiede zu studierten Medizinern. So dürfen Heilpraktiker keine verschreibungspflichtigen Arzneimittel verordnen, bestimmte Infektionskrankheiten nicht behandeln und keine Geburtshilfe leisten. Ohne Einschränkungen hingegen dürfen sie Psychotherapie und Physiotherapie ausüben.

Kritisch gesehen werden Heilpraktiker häufig deswegen, weil sie teilweise auf ‘sanfte’ Behandlungsmethoden setzen, deren medizinscher Nutzen nicht nachgewiesen ist. Fürsprecher betonen allerdings, dass Heilpraktiker vorwiegend ursachenbezogen behandeln, und weniger symptombezogen. Es wird also nach dem Grund der Kopfschmerzen gesucht und nicht einfach nur ein Schmerzmittel verabreicht. Da es allerdings keine einheitlichen Standards gibt, lässt sich keine Empfehlung für oder gegen Heilpraktiker geben.




Kostenlos Tarif prüfen